Gestaltung

Akustische Gestaltung von Wohnräumen

In Wohnräumen entsteht ein halliger Eindruck häufig durch viele harte, glatte Flächen: Putzwände, Glas, Laminat oder Fliesen. Schon alltägliche Einrichtungsgegenstände können das Schallfeld spürbar verändern.

Innenraum mit unterschiedlich strukturierten Oberflächen
Oberflächen und Möblierung prägen die Akustik eines Innenraums. Quelle: Wikimedia Commons.

Typische Ausgangslage

Räume mit wenig Textilien und großen kahlen Flächen reflektieren Schall stark. Das äußert sich in einem nachklingenden, halligen Klang und einer geringeren Sprachverständlichkeit. Der erste Schritt besteht darin, zu erkennen, welche Flächen besonders reflektieren.

Alltägliche Stellschrauben

Textilien

Schwere Vorhänge, idealerweise in Falten gelegt und mit Abstand zur Wand, wirken als poröse Absorber für mittlere und hohe Frequenzen. Auch Teppiche reduzieren Reflexionen am Boden und dämpfen zugleich Trittschall.

Polstermöbel

Sofas und gepolsterte Sessel bieten viel absorbierende Oberfläche. Sie tragen merklich zur Bedämpfung bei, ohne dass zusätzliche Akustikelemente nötig sind.

Regale und Strukturen

Gefüllte Bücherregale brechen den Schall durch ihre unregelmäßige Oberfläche und streuen Reflexionen, anstatt sie gerichtet zurückzuwerfen. Diese Streuung wirkt einem ausgeprägten Echo entgegen.

Eine sinnvolle Reihenfolge: zuerst vorhandene Möblierung und Textilien nutzen, dann gezielt einzelne Flächen ergänzen, statt den Raum pauschal mit Material zu füllen.

Reflexionspunkte beachten

Besonders wirksam sind Maßnahmen an den ersten Reflexionsflächen zwischen Schallquelle und Hörposition. An diesen Stellen treffen frühe, starke Reflexionen ein, die den Klangeindruck prägen. Ein einfacher Anhaltspunkt ist die Wand seitlich der Hörposition.

Was Gestaltung nicht leisten kann

Einrichtungsgegenstände verbessern vor allem die Raumakustik innerhalb eines Raumes. Sie ersetzen keine bauliche Schalldämmung zwischen Räumen oder gegenüber Nachbarn, denn dafür sind die Masse und der Aufbau der trennenden Bauteile entscheidend.

  1. Reflektierende Flächen identifizieren.
  2. Vorhandene Textilien und Polster einbeziehen.
  3. Erste Reflexionspunkte gezielt behandeln.
  4. Bei Bedarf um abgestimmte Absorber ergänzen.

Hintergründe zu den zugrunde liegenden Größen finden sich im Artikel zur Raumakustik.